VIVUM erachtet Pflegeimmobilien als hochattraktive Anlageklasse

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IM Immobilien Manager – Pflegeimmobilien: Experten erwarten Preisanstieg

Die Teilnehmer einer Vivum-Expertenumfrage rechnen mit steigenden Preisen für Pflegeimmobilien und Betreutes Wohnen. Die Anlageklasse könnte gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen.

Die Preise für Pflegeimmobilien werden weiter steigen: Laut einer von Vivum durchgeführten Umfrage sind 71 Prozent der befragten Experten dieser Meinung. 40 Prozent rechnen sogar trotz Krise auch kurzfristig mit einer erhöhten Nachfrage. Vivum ist ein auf diese Nutzungsart spezialisierter Fondsmanager und Projektentwickler.

75 Prozent der Befragten glauben demnach, dass die vorhandenen baulichen Konzepte und Bauvorschriften ausreichen, um auch neue, durch die Corona-Pandemie ausgelöste Anforderungen zu erfüllen. Das größte Hindernis für die Ausweitung des Angebots ist der Mangel an Pflegekräften.

Auf einen Blick

  • 95 Prozent der befragten Experten erwarten kurzfristig stabile oder steigende Preise
  • Vivum schätzt Investitionsbedarf auf rund 90 Milliarden Euro
  • Neubauten und Modernisierungen bestehender Einrichtungen sind gleichermaßen attraktiv
  • 75 Prozent der Befragten halten die bestehenden Bauvorschriften für ausreichend
  • Haupthindernis bleibt Mangel an Pflegekräften

Das sind einige Ergebnisse der Online-Pressekonferenz „Expertenumfrage zu Pflegeimmobilien und Betreutem Wohnen – wie sich die Corona-Pandemie auf die Nachfrage und das Investitionsverhalten auswirkt“. An der Pressekonferenz nahmen Nico Grimm, Geschäftsführer bei Vivum Services Frankfurt, Matthias Möller, Projektmanager Anima Projektentwicklungsgesellschaft und Karsten Jungk, Geschäftsführer der Wüest Partner Deutschland, teil.

Vivum-Geschäftsführer Nico Grimm hat in persönlichen Interviews 20 Führungskräfte von renommierten Unternehmen zu den kurzfristigen Auswirkungen und den langfristigen Perspektiven des Pflegesegments befragt. Die teilnehmenden Unternehmen sind in den Bereichen Projektentwicklung, Betrieb von Pflegeimmobilien und Betreutem Wohnen, Bewertung, Finanzierung, Vermittlung und Asset Management tätig.

Prognostizierter Investitionsbedarf beträgt 90 Milliarden Euro

Unbeeinflusst von der Corona-Krise steigt die Nachfrage nach Plätzen für Pflege und Betreutes Wohnen konstant an. Dafür sorgt die Alterung der Gesellschaft: Schon jetzt sind fast 20 Prozent der Deutschen mindestens 65 Jahre alt. 2030 werden es knapp 30 Prozent sein, und fast jeder zehnte Deutsche ist dann sogar älter als 85 Jahre.

Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung sind auch für den Immobiliensektor immens. „Bis zum Jahr 2030 benötigt Deutschland zusätzlich 760.000 Pflegeplätze. Das entspricht einem Investitionsbedarf von rund 90 Milliarden Euro“, prognostiziert Nico Grimm.

Auch Karsten Jungk, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Wüest Partner Deutschland, sieht Pflegeimmobilien als Anlageklasse gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen: „In keiner anderen Nutzungsart entwickelt sich der Bedarf so konjunkturunabhängig.“ Wüest Partner gibt alle zwei Jahre den Pflegeheim-Atlas Deutschland heraus – die nächste Ausgabe erscheint im Herbst 2020.

Bestandsmodernisierungen und Neubauten gleichermaßen attraktiv

Um den zunehmenden Bedarf decken zu können, genüge es nicht, neue Pflegeeinrichtungen zu errichten, ergänzt Matthias Möller, Projektmanager der auf Wohn- und Pflegeimmobilien spezialisierten Anima Projektentwicklungsgesellschaft. „In Zukunft wird deshalb neben den Neubauentwicklungen auch die Sanierung und Modernisierung bestehender Einrichtungen eine zunehmende Rolle spielen.“ Die sich

daraus ergebenden Wertschöpfungspotenziale haben die Marktteilnehmer offensichtlich erkannt: Der Vivum-Umfrage zufolge liegen Neubauten und Bestandsimmobilien mit Modernisierungspotenzial in ihrer Gunst fast gleichauf.

Laut Experten-Panel liegt die eigentliche Herausforderung nicht auf der baulichen Seite: 90 Prozent der Befragten halten die mangelnde Attraktivität der Pflegeberufe für das mit Abstand größte Hindernis auf dem Weg, Angebot und Nachfrage in Deckung zu bringen. Aber auch die mangelnde Harmonisierung der Landesbauordnungen für Pflegeheime bereitet einigen Experten Kopfzerbrechen. „Es ist beispielsweise nicht nachvollziehbar, warum in Nordrhein-Westfalen die Einzelzimmerquote 80 Prozent beträgt, in Baden-Württemberg hingegen 100 Prozent und andere Bundesländer gar keine Vorschriften hierzu haben“, kritisiert Karsten Jungk von Wüest Partner.

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